Raiffeisenbank weiter auf Nummer sicher

Geringe Risiken, beständiges Wachstum – so lautet die Devise.

Regensburg, 25.03.2014

Die niedrigen Zinsen machen nicht nur die Anleger immer ärmer. Sie erschweren es auch den Banken, Gewinne zu erzielen. Diese Konstellation wird sich so schnell nicht ändern. Davon zeigten sich die Vorstände der Raiffeisenbank Regensburg-Wenzenbach, Günther Schorp und Florian Mann, gestern bei der Bilanzpressekonferenz in Regensburg überzeugt. Angesichts dieses Umfeldes sehen sich die beiden Genossenschaftsbanker in ihrem Kurs bestätigt: Solide Geschäfte, geringes Risiko, stetiges Wachstum ohne übertriebene Erwartungen, lautet die Devise, die sich sehr bewährt habe.

Das drückt sich in mehreren Kernzahlen aus: Alle wesentlichen Positionen legten im einstelligen Bereich zu. Die Bilanzsumme wuchs um 3,6 Prozent auf 525 Millionen Euro, das betreute Kundenkreditvolumen um 7,2 Prozent auf 341 Millionen; 180 Millionen davon (plus 6,5 Prozent) entfielen auf Wohnbaufinanzierungen. Die Kundeneinlagen erhöhten sich um 2,6 Prozent auf 426 Millionen Euro. Am Ende verbleibt ein Gewinn vor Steuern von 6,4 Millionen Euro (+1,4 Prozent). Die Anteilseigner erhalten erneut eine Dividende in Höhe von sechs Prozent.

„Wir haben die Niedrigzinsphase bisher gut weggesteckt und über das Wachstum des Geschäfts die Rückgänge bei den Zinsen kompensieren können“, erklärte Schorp. So will der Vorstand weiterhin durch diese Phase der politischen Zinsen navigieren und auch im laufenden Jahr etwa sechs Millionen Euro Gewinn einfahren. Vorsicht gilt für die Raiba ebenso bei den eigenen Anlagen. Sie verfügt über Wertpapiere in Höhe von 195 Millionen. Anleihen aus wackeligen südeuropäischen Staaten sind nicht dabei, versicherte Schorp. Die vorsichtige Geschäftspolitik sei auch bei den Kreditausfällen zu erkennen. Lediglich 700 000 Euro musste die Bank wertberichtigen. Diese geringen Risiken helfen der Raiba, die Anforderungen an die Eigenkapitalausstattung ab 2019 „regulatorisch schon heute zu erfüllen“, und zwar ohne bilanztechnische Tricks.

Der anhaltende Trend hin zum Betongold treibt das Geschäftsvolumen der Tochter Raiffeisen Immobilien nach oben. In Regensburg übersteigt die Nachfrage weiterhin das Angebot, berichtete Florian Mann. "Regensburg ist schwierig", resümiert er. Im näheren Umland hingegen laufe das Geschäft besser, „da sind die Preise noch vernünftig“. In der Fläche will die Raiba auch selbst bleiben. Die zehn Filialen bestehen weiter, so Schorp. Allerdings könne es sein, dass es bei den Geschäftszeiten und/oder den vorgehaltenen Kompetenzen Abstriche geben werde.

Quelle: Mittelbayerische Zeitung vom 25.03.2014